Home International Ein Naturdenkmal als Amphitheater. Der Gletschergarten feiert sein 150 jähriges Bestehen inmitten der Gletschertöpfe.

Ein Naturdenkmal als Amphitheater. Der Gletschergarten feiert sein 150 jähriges Bestehen inmitten der Gletschertöpfe.

von redaktion

Gletschergarten Luzern

Ein Naturdenkmal als Amphitheater. Der Gletschergarten feiert sein 150 jähriges Bestehen inmitten der Gletschertöpfe.

Bei bestem Museumswetter – es regnet – feiern über 250 Gäste inmitten des Nationalen Naturdenkmals in Luzern den 150. Geburtstag des Gletschergartens.

Nationalratspräsident Martin Candinas würdigte die Menschheit verbindende Rolle des Gletschergartens. Erdgeschichte gehe uns alle an und im Gletschergarten werde dieses Thema begreifbar. Beat Züsli betonte den Pioniergeist der Gründergeneration, welcher bis heute nachwirke. Der Gletschergarten gehört nicht nur zu den ältesten Museen der Schweiz, er ist auch eines der erfolgreichsten. Seit 1873 besuchten über 14 Millionen Gäste diese vielseitige Oase inmitten von Luzern. Beachtenswert sei die Bedeutung des Gletschergartens für den Binnentourismus, stammen doch rund 2/3 der Gäste aus der Schweiz.

Verwandeln, verblüffen und verführen seit 150 Jahren

Die Entdeckung der Gletschertöpfe war der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Wilhelm Amrein-Troller realisierte statt eines Weinkellers eine naturkundliche Erlebniswelt und nannte sie kurzerhand Gletschergarten. Der Ort begeistert seither jung bis älter und immer wieder aufs Neue, wie die Jubiläumsfeier exemplarisch zeigte.

In den vergangenen 150 Jahren bewies dieses 1873 eröffnete „Etablisement“ dann vor allem eines: Dass der Gletschergarten sich stets verändern und das Publikum immer wieder von Neuem abholen kann. Dabei erkannte die Mitgründerin Marie Amrein-Troller früh, dass es von Vorteil wäre, wenn der Gletschergarten nicht nur belehre sondern auch unterhalte. Sie war es, die das Spiegellabyrinth nach Luzern brachte. Bis heute ist der Irrgarten, wie man ihn damals nannte, eine der beliebtesten Attraktionen im Gletschergarten.

Ein Ort für Zeitreisen _ Das Nationale Naturdenkmals der Gletschertöpfe setzte einen ebenso speziellen wie würdigen Rahmen für die Jubiläumsfeier. Die Reden von Martin Candinas, Nationalratspräsident und von Beat Züsli, Stadtpräsident, waren inhaltlich von Wertschätzung für die Leistungen des Gletschergartens in Bildung und Naturschutz geprägt. Selbst die Gründerfamilie war vertreten. Die Urenkelin, Regula Egli-Schifferle, trat an der Jubiläumsfeier als Marie-Amrein Troller auf und unterhielt sich mit der Stiftungsratspräsidentin Corinne Fischer. Dabei verrieten sie dem Publikum, dass im Gletschergarten die Laternen elektrisch leuchteten, lange bevor Luzern solche installierte. Dafür musste die Familie die Drähte aber durch die Wohnung ins Areal führen. Vor allem der damals achtjährige Sohn Wilhelm habe sich allabendlich an den blau funkelnden Drähten über seinem Bett gefreut.

Ein Ort zum Nachdenken _ Andreas Burri, Direktor, beschrieb die zentrale Rolle seines Museums als eine Augen öffnende. Der Gletschergarten führe dem Publikum vor Augen, wie gross der Mensch die Entwicklung des Planeten Erde präge.

Das gemeinsame Element _ Für Bewegung im naturgegebenen Amphitheater sorgte einerseits die Husistein-Musik, die unter anderem auch den Gletschergarten-Walzer spielte, der 1876 eigens für das Museum komponiert wurde und seine Werbewirkung damals in der ganzen Welt entfaltete. Geradezu begeistern liess sich das Publikum von den Kindern der 5. Schulklasse von Vanessa Santos aus Kriens. Zu Beginn der Feier gaben die Schülerinnen und Schüler einen selbstkomponierten Rap «Erdgeschichte verbindet uns» zum Besten. Als Schlusspunkt animierten sie die Gäste mitzutanzen zu Pinks Song «Just like fire». Und siehe da, alle standen und machten begeistert mit.

Weitere Jubiläumshöhepunkte folgen _ Nach rund einer Stunde war der würdige und kurzweilige Anlass vorbei und die Gäste trafen sich in bester Laune beim Lunch – welcher witterungsbedingt vom Park in die Ausstellungsräume transferiert wurde. Die Jubiläumsfeier ist übrigens der einzige Anlass im Jubiläumsprogramm, der der Öffentlichkeit nicht offen stand. Noch in dieser Woche starten die humoristischen Rundgänge mit dem Komikerduo Strohmann Kauz, welche als sympathische Rentner durch den Gletschergarten führen. Im September dann folgt die Kunstausstellung des Luzerner Faltkünstlers Sipho Madonna und im November schliesst sich das Jubiläumsprogramm mit den Nachtangebot «Gletschergarten by Night».

Im Anhang finden Sie Bilder zum Download © Gletschergarten Luzern.ch

Gletschergarten Luzern

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