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Fruchtbare Böden dank 1000 Jahren traditioneller Bewässerung

von redaktion

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263. Mitgliederversammlung der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern

Fruchtbare Böden dank 1000 Jahren traditioneller Bewässerung

In der Region Langenthal wird in der Landwirtschaft bis heute eine traditionelle Bewässerungsform gepflegt, die Wässermatten. Diese hat massgeblich zur Fruchtbarkeit der Region beigetragen. Das erfuhren die Mitglieder und Gäste heute an der Mitgliederversammlung der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern (OGG Bern) im Hotel Bären in Langenthal. Zuvor genehmigten die 89 anwesenden Mitglieder die ordentlichen Geschäfte und ernannten Rudolf Haudenschild zum Ehrenmitglied. Zudem wählten sie Katrina Ritter und Hans-Ulrich Held neu in den Vorstand und bestätigten die bisherigen acht Vorstandsmitglieder sowie Präsident Peter Gäumann für eine weitere Amtsperiode.

«Der diesjährige Versammlungsort Langenthal hat aus zwei Gründen einen engen Bezug zur OGG Bern», eröffnete Präsident Peter Gäumann heute die 263. Mitgliederversammlung der Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern (OGG Bern). Zum einen beschäftigt sie sich seit ihrer Gründung vor 264 Jahren mit dem Boden. «Der Wasserhaushalt im Boden ist für die Bewirtschaftung durch die Landwirtschaft entscheidend. Das Thema Wasser wird uns in Zukunft intensiver begleiten», erklärte er vor 100 Mitgliedern und Gästen im Hotel Bären. Zum anderen hätten zwischen 1830 und 1848 im Bären namhaft Persönlichkeiten die Gründung des Bundesstaates und die Verfassung von 1848 vorbereitet, darunter auch Vertreter der Oekonomischen Gesellschaft, wie die OGG Bern damals noch hiess. Wasser und Langenthal alsRütli der Schweiz waren denn auch Thema im Anschluss an die 263. Mitgliederversammlung.

Wässermatten und…

«Im Verlauf von rund 1000 Jahren hat sich durch das Wässern teilweise mehr als ein Meter fruchtbarer Boden gebildet», erklärte Werner Stirnimann die Wirkung des traditionellen Bewässerungssystems «Wässermatten» im Langeten- und im Rottal. Er ist Geschäftsführer des Internationalen Zentrums der Traditionellen Bewässerung (IZTB). Denn das Flusswasser bringe Schwebstoffe mit sich, vor allem Schluff sowie etwas Ton und organische Substanz. Durch die regelmässige Bewässerung werden die Böden bis heute mehrmals pro Jahr auch leicht und nachhaltig gedüngt und Grundwasser reichert sich an. «Die regionaltypischen Vorgehensweisen und Bezeichnungen rund um die Wässermatten entsprechen einer Lebendigen Tradition», betonte Stirnimann. Als IZTB-Geschäftsführer arbeitet er seit dem 1. Oktober 2022 im Auftragder gleichnamigen Stiftung, welche die OGG Bern als Mit-Stifterin grosszügig unterstützt. Die Stiftung verfolgt das Ziel, die traditionelle Bewässerung als ein gemeinsames immaterielles Kulturerbe Europas zu erhalten, zu etablieren und zu pflegen sowie das UNESCO-Label zu erhalten.

…Wiege der Bundesverfassung von 1848An die Rolle von Langenthal rund um die 175-jährige Bundesverfassung von 1848 erinnert das Traffelet-Bild im Hotel Bären. Es stellt das erste eidgenössische Fest das, das 1822 in Langenthal stattgefunden und rund 15’000 Besucherinnen und Besucher angelockt hat. Historiker und Stadtchronist Simon Kuert erinnerte zudem, dass auch eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der OGG Bern vom «Langenthaler Geist» inspiriert wurde: Ehrenmitglied Daniel Flückiger. Dieser initiierte 1857 eine Petition, die zur Gründung der Ackerbauschule Rütti führte, dem heutigen Inforama. Zudem forderte er als Nationalrat erfolgreich die Ausbildung von Agronomen an der ETH Zürich.

Rudolf Haudenschild ist neu Ehrenmitglied

Ein Höhepunkt der Mitgliederversammlung war die Ernennung von Rudolf Haudenschild, ehemaliger Chefredaktor der OGG-eigenen Zeitung «Schweizer Bauer» zum Ehrenmitglied. Unter seine Leitung hat sich der «Schweizer Bauer» zur Nummer 1 der Landwirtszeitungen entwickelt und eine grosse Bedeutung für die heutige OGG Bern erlangt. Die Mitglieder wählten zudem Kommunikationsfachfrau Karina Ritter und Meisterlandwirt Hans-Ulrich Held neu in den OGG-Vorstand. Die bisherigen acht Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere vierjährige Amtsperiode gewählt und Peter Gäumann als Präsident bestätigt. Geschäftsführer Franz Hofer zeigte in seinem mündlichen Jahresbericht, wie die wertebasierte Kultur der OGG Bern – kurz K51 genannt – die tägliche Arbeit des OGG-Teams prägt. Dazu konnte er von erfreulichen Entwicklungen bei verschiedenen Engagements berichten. Mit Schritt 1, einem Beratungsprogramm für junge Menschen, setzt die OGG Bern die Tradition des sozialen Engagements fort. Der Stiftsgarten, die grüne Oase in der Berner Altstadt, ist unterwegs zum Kompetenzzentrum Urban Gardening und der Weltacker Bern hat sich als ausserschulischer Lernort etabliert, mit 2600 Besucherinnen und Besuchern im letzten Jahr. Der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2022 wurden einstimmig genehmigt, den Organen Entlastung erteilt und das Budget 2023 zur Kenntnis genommen. Ein regionales Mittagessen und eine interessantes Nachmittagsprogramm rundeten die Mitgliederversammlung 2023 ab.

Kontakt
Peter Gäumann, Präsident OGG Bern, 079 436 94 26, peter.gaeumann@nospam-ogg.ch
Franz Hofer, Geschäftsführer OGG Bern, 079 541 72 51, franz.hofer@nospam-ogg.ch
Das ist die Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern (OGG Bern)
Für einen gesunden Boden, eine ressourcenschonende Ernährung und ein soziales Miteinander – dafür setzt sich die OGG Bern ein. Sie initiiert und fördert entsprechende Projekte und baut Brücken zwischen Stadt und Land. Und das seit 1759. Mehr erfahren: www.ogg.ch

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