Home Wissenschaft & Forschung Studie HHL/LF Gruppe: Pandemie und Fachkräftemangel verändern die Arbeitswelt

Studie HHL/LF Gruppe: Pandemie und Fachkräftemangel verändern die Arbeitswelt

von redaktion



Teilen: 

21.09.2021 21:00

Studie HHL/LF Gruppe: Pandemie und Fachkräftemangel verändern die Arbeitswelt

Der Fachkräftemangel und die Corona-Pandemie sind die Hauptgründe für Erneuerungen der Arbeitswelt in Leipziger Unternehmen. Das ist ein Ergebnis der Leipziger New-Work-Studie der Handelshochschule Leipzig (HHL) und LF Gruppe. Die Studie, in der Unternehmer sowie Mitarbeitende zum aktuellen Stand und zu Wünschen für die Arbeitswelt der Zukunft befragt wurden, zeigt zudem, dass sich die Anforderungen an Führungskräfte zunehmend ändern. Leitungskräfte müssen demnach zunehmend auf „Distanz führen“ lernen, mehr zum Coach und Mentor werden und ihren Mitarbeitern zunehmend vertrauen.

Die Leipziger New-Work-Studie untersucht den aktuellen Stand zu neuen Arbeitswelten bei Unternehmen im Leipziger Raum. Dazu wurden 25 Führungskräfte Leipziger Unternehmen verschiedener Branchen sowie 279 Mitarbeitende mit büronahen Tätigkeiten in Leipzig befragt. Die Studie der Handelshochschule Leipzig (HHL) und der LF Gruppe wurde vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig unterstützt. Die flexiblere Art, die eigene Arbeitswelt gestalten zu können, steigert nicht nur die Attraktivität der Arbeitsweise, sondern ist laut Professor Lehman auch ein wichtiger Faktor für Unternehmen am Standort Leipzig New-Work-Konzepte konkret umzusetzen.
Unter dem Begriff „New Work“ werden alle Initiativen und Maßnahmen zusammengefasst, die dazu dienen, Arbeitswelten neu zu gestalten, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Dazu gehören unter anderem zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten sowie moderne Raumkonzepte, aber auch Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Eigenverantwortung, Kritikfähigkeit und Kreativität.
Dr. Katja Rudolph, Leiterin Marktforschung bei den Digital Impact Labs Leipzig, die zur LF Gruppe gehören, ergänzt: „Unsere Befragung hat gezeigt, dass Spaß an der Arbeit und eine ausreichend hohes Einkommen generationenübergreifend die wichtigsten Bedürfnisse sind. Der Sinn der Arbeit ist bei den bis 29-jährigen und ab 50 Jähren das dritt-relevanteste Bedürfnis. Bei den 30-49-Jährigen steht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an dritter Stelle. – Hier gibt es also Unterschiede zwischen den Generationen.“

Dem Thema New Work wird in den befragten Betrieben und unter den befragten Angestellten große Relevanz zugesprochen. Zwei von drei Mitarbeitenden gaben an, dass New Work in ihrem Unternehmen „eher“ oder „sehr“ relevant ist. Gefragt nach New-Work-Maßnahmen, die bereits in ihrem Unternehmen umgesetzt werden, wurden bei der Befragung am häufigsten genannt: flexible Arbeitszeiten (78,5%), flexible Arbeitsorte (75,6%), digitale Kommunikationstools (75,6%) und Ausstattung mit Technik für mobiles Arbeiten (72,8%).

Vorangebracht werden New-Work-Konzepte vor allem durch Führungskräfte sowie einzelne Mitarbeiten und Teams. Die Coronapandemie hat hier wie ein Katalysator gewirkt und dafür gesorgt, dass sich Leipziger Unternehmen gezielt mit dem Thema auseinandersetzen. Die Unternehmen an, dass die Corona-Pandemie die Entwicklung um 3 bis zehn Jahre beschleunigt hat.

Als größte Hürden wurden veraltete Denkmuster und festgefahrene Hierarchien in der Unternehmenskultur, aber auch mangelnde Ressourcen und widerstrebende Führungskräfte genannt. Dieses Ergebnis zeigt, wie relevant Führungskräfte für die Implementierung von New-Work-Konzepten sind, mit ihnen steht und fällt das Projekt. „Führungskräfte müssen lernen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vertrauen. Entwicklungspotential sehen wir besonders bei der Feedbackkultur“, sagt Katja Rudolph. „Neue Arbeitswelten stellen neue Anforderungen, wie Teamfähigkeit und Agilität, sowohl an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als auch an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, ergänzt Professor Lehmann „Für Mitarbeitende sind unter anderem Selbstorganisation und Proaktivität wichtige Kompetenzen, die entwickelt werden müssen.“ Insgesamt bescheinigt die Studie dem Standort Leipzig eine gute Basis, um New Work umzusetzen – bedingt durch viele jungen Menschen und Hochschulen.

Über die HHL
Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen
Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im
deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung verantwortungsbewusster, unternehmerisch
denkender und leistungsfähiger Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus
durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie
hervorragenden Service für ihre Studierenden. Der Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft hat die HHL 2021 zum fünften Mal in Folge als führende Gründerhochschule
in Deutschland ausgezeichnet. Aus der HHL sind in den vergangenen Jahrzehnten rund
300 Unternehmensgründungen hervorgegangen mit mehr als 40.000 Mitarbeitenden. Als
erste deutsche private Business Schule wurde die HHL im Jahr 2004 durch die AACSB
(Association to Advance Collegiate Schools of Business) akkreditiert und erlangte diesen
Qualitätsstatus seither zum vierten Mal. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-
Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive
Education. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. www.HHL.de

Über die LF Gruppe
Die LF Gruppe gestaltet mit einem Ökosystem aus Branchen- und Innovationsexperten die Zukunft der Dienstleistungsbranchen im deutschsprachigen Raum. Die Unternehmen der Gruppe – die Versicherungsforen Leipzig, die Energieforen, die Maklerforen, die Bankenforen und die Digital Impact Labs – bieten zusammen eine einzigartige Verbindung von Branchenexpertise und Branchennetzwerk, Wissenschaft, Start-ups und Innovations-Know-how. Sie ermöglichen Synergien sowie einen Blick über den Tellerrand. Gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln und realisieren die Unternehmen der LF Gruppe Angebote, bei denen die Anforderungen und Bedürfnisse der Endkunden und Anwender im Mittelpunkt stehen. Der Ursprung der LF Gruppe lässt sich auf die Ausgründung der Versicherungsforen aus der Universität Leipzig im Jahr 2000 zurückführen. Das mittelständische Unternehmen mit insgesamt mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin hat seit 2013 seinen Sitz im historischen Hôtel de Pologne in der Leipziger Innenstadt. 2020 wurde Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der LF Gruppe, als sächsischer Familienunternehmer des Jahres ausgezeichnet. Die LF Gruppe stiftet die Professur für Digitale Innovation in Dienstleistungsbranchen an der Handelshochschule Leipzig (HHL), die Prof. Dr. Claudia Lehman innehat.


Originalpublikation:

Studie: https://www.lfgruppe.de/new-work-studie


Weitere Informationen:

http://www.hhl.de
http://www.lfgruppe.de


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, jedermann
Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Philosophie / Ethik, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


You may also like

Hinterlasse einen Kommentar