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Medienmitteilung: Asylstatistik 2020: Trugschluss vermeiden – Strukturen ausbauen

von redaktion

01.02.2021 – 10:13

Save the Children

Asylstatistik 2020: Trugschluss vermeiden – Strukturen ausbauen

Zürich, 1. Februar 2020 Im Jahr 2020 stellten in der Schweiz aufgrund der Covid-19-Pandemie weniger Personen einen Asylantrag als in den Vorjahren. Anlässlich der heute veröffentlichten Asylstatistik des Staatssekretariats für Migration warnt die im Asylbereich tätige Kinderrechtsorganisation Save the Children Schweiz vor einem Trugschluss und fordert einen Ausbau statt eines Abbaus von Betreuungsstrukturen für geflüchtete Kinder.

Im Jahr 2020 stellten in der Schweiz 3’228 Personen weniger als im Vorjahr einen Asylantrag (2019: 14’269, 2020: 11’041). Doch nach wie vor stammen fast die Hälfte der Asylgesuche von Minderjährigen (2019: 6’365, 2020: 5’0331). Die Kinderrechtsorganisation Save the Children Schweiz warnt anlässlich der Veröffentlichung der Asylstatistik für das Jahr 2020 vor einem Trugschluss: Es ist damit zu rechnen, dass die Zahlen nach der globalen Covid-19-Pandemie nicht auf diesem tieferen Niveau verharren, sondern wieder ansteigen. Deshalb empfiehlt Save the Children der Schweiz anstelle eines Abbaus der Strukturen im Asylwesen bereits jetzt für die kommenden Jahre zu investieren und die nötigen Betreuungsstrukturen – speziell für minderjährige Asylsuchende – auszubauen. Damit könnte auch die gegenwärtige Situation während der Covid-19-Pandemie in Asylunterkünften erleichtert werden.

Nina Hössli, Leiterin Schweizer Projekte von Save the Children: „Familien in Asylzentren sind in der aktuellen Lage besonders verletzlich. Die Gesundheit von Asylsuchenden und Personal hat derzeit Priorität und das erfordert zusätzliche Ressourcen und Unterbringungsmöglichkeiten. Geflüchtete Kinder und Jugendliche sollen jedoch auch weiterhin lernen, spielen und ein Stück Alltag beibehalten können. Sie benötigen wie alle Kinder eine sichere und angemessene Unterbringung und Betreuung, um ihre Erlebnisse bewältigen und sich gesund entwickeln zu können.“

Durch ihre weltweite Projektarbeit verfolgt Save the Children die Entwicklungen auf den Migrationsrouten in Echtzeit. Auch wenn die Anzahl Asylgesuche aufgrund der Covid-19-Pandemie abnahm, bleibt die Anzahl an Menschen auf den Migrationsrouten hoch. So ist in den nächsten Jahren nicht mit einer Stabilisierung der Zahlen, sondern gar mit einer Zunahme zu rechnen. Durch die Covid-19-Pandemie werden sich bereits bestehende Problematiken wie Armut und Hunger, bewaffnete Konflikte oder unzureichende Gesundheitsversorgung verschärfen und noch mehr Menschen zur Flucht zwingen.

Hössli weiter: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, uns auf die nächsten Jahre vorzubereiten und die notwendigen Strukturen zu schaffen, damit jedes Kind und jede Familie vom ersten Tag in der Schweiz eine adäquate Betreuung erhält. Zudem: Über 80% der asylsuchenden Kinder erhalten zumindest vorübergehend Schutz und bleiben für viele Jahre in der Schweiz. Das Bereitstellen von qualitativ guten Betreuungsangeboten und psychosozialer Hilfe auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene zahlt sich langfristig aus – für diese Kinder, die Familien, aber auch die Gesellschaft insgesamt.“

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children arbeitet seit 2015 im Asylbereich in der Schweiz und unterstützt die Asylunterkünfte auf Bundes- und Kantonsebene auch während der Covid-19-Pandemie mit vielfältigen Lern- und Spielmaterialien für über 1’500 geflüchtete Kinder, Jugendliche und Familien. So können geflüchtete Kinder trotz bestehender Einschränkungen auch auf engstem Raum weiterhin lernen und spielen und einfach nur Kind sein.

Hinweis an die Redaktionen:

1 In dieser Zahl sind auch 2’435 Geburten enthalten.

Kontakt

Fabian Emmenegger, Communications Manager, Save the Children Schweiz

044 267 74 68, fabian.emmenegger@nospam-savethechildren.ch

Über Save the Children

Save the Children ist die führende unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt und setzt sich seit 1919 gezielt für die Rechte der Kinder ein. Save the Children Schweiz ist Mitglied des weltweiten Save the Children Netzwerks. In der Schweiz und auf der ganzen Welt sorgen wir dafür, dass Kinder gesund aufwachsen, zur Schule gehen können und geschützt sind. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um ihr Leben und ihre Zukunft positiv zu beeinflussen – auch im Not- und Katastrophenfall. Save the Children ist politisch, ideologisch, wirtschaftlich und konfessionell unabhängig. Save the Children hat Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Save the Children ist seit 2006 in der Schweiz aktiv und ist Zewo-zertifiziert.

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