Home International Bedrückende Bilanz über unsere im Wandel begriffenen Wohlstandsgesellschaft

Bedrückende Bilanz über unsere im Wandel begriffenen Wohlstandsgesellschaft

von redaktion
Hubert Michelis (rechts) auf der Leipziger Buchmesse 2019

Hubert Michelis (rechts) auf der Leipziger Buchmesse 2019

MIt „REVOLUTIONSGEFLÜSTER“ ist Hubert Michelis‘ eine bedrückende Bilanz der rasant voranschreitenden politischen und sozialen Zerwürfnisse in unserer im Wandel begriffenen Wohlstandsgesellschaft gelungen. Zunehmende Ungleichverteilung von Ressourcen, neue Armut sowie die Angst vor wirtschaftlichen und technologischen Neuerungen haben in breiten Schichten der Bevölkerung trotz guter Konjunkturlage Verunsicherung ausgelöst. Globalisierung und eine Pluralisierung des Gemeinwesens durch viele nebeneinander existierende Lebensentwürfe, haben viele Menschen, die als Verlierer der ökonomischen Rahmenbedingungen nach „einfachen Lösungen“, überschaubaren Strukturen und so etwas wie „Identität“ suchen, zusätzlich verunsichert.
Die Politik hinkt hinter diesen Veränderungen nach und bisher etablierte Parteien, Institutionen und Medien verlieren an Rückhalt und Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Die Krise eines weitgehend ungehemmten Neokapitalismus zeigt ihre Wirkung. Wie immer in Zeiten der Umbrüche werden Sündenböcke gesucht. Menschen in prekären Lebenslagen werden bewusst gegeneinander ausgespielt, um eine Solidarisierung der sozial Schwachen, ganz im Interesse der wenigen Gewinner des herrschenden Systems, zu unterbinden. Politische Gruppierungen instrumentalisieren Not und Unzufriedenheit von Menschen und missbrauchen sie für ihre Zwecke. Seit der Flüchtlingskrise von 2015 werden vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, und hier in erster Linie Muslime, als Feindbilder aufgebaut.
Vor diesem hochbrisanten Hintergrund handelt die Geschichte. Demokratiekrise, Polarisierung, Spaltung, Spießertum und Angst vor Veränderungen schaffen ein hochexplosives und morbides Ambiente, vor dessen Hintergrund sich die Bewohner eines Wohnblocks in die Haare geraten…
Doch worum geht es?
Ein Wohnblock wie jeder andere. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass es hier keine Ausländer gibt und geben darf! Das bekommen auch die Seidels zu spüren, Russlanddeutsche, die in ihrer alten Heimat Fuß fassen wollen. Heinz, der Sohn eines Beamten, der sich als Nazi entpuppt, ist in Olga, die Tochter der Seidels, verliebt und steht nun zwischen den Fronten.
Aber auch in der Nachbarschaft brodelt es mächtig. Hans, ein Frührentner, der von seiner Rente nicht leben kann, flucht auf die Flüchtlinge und diesen Verbrecherstaat, der die eigenen Leute verrecken lässt. Er hat die Faxen dicke und plant eine Revolution …
Die tristen Settings, Milieus und Dialoge sind exzellent beobachtet, erscheinen aus dem Leben gegriffen und zeugen vom schriftstellerischen Können bzw. Einfühlungsvermögen des Autors. Die tiefen Risse, die unsere Gesellschaft in mehreren Richtungen durchzieht, könnte man wohl kaum besser in Worte fassen. Nach der Lektüre bleibt der Eindruck, dass vieles aus dem Ruder laufen könnte, wenn nicht bald wieder Besinnung auf Gemeinsames, Toleranz und Ethik als Maxime politischen Handelns einkehren.
Insofern ist die Lektüre dieses von Hubert Michelis mit viel Engagement und Sorge geschriebenen Sittenbildes unserer Gesellschaft, das ebenso geeignet ist, als Grundlage für Diskussionen und Unterrichtsprojekte an Schulen Verwendung zu finden, dringend weiterempfehlen.
https://spica-verlag.de/produkt/revolutionsgefluester-deutschland-deutschland-ueber-allem/

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Etwas anstoßen, etwas zu bewegen war unser Gründungsgedanke, als wir mit der Veröffentlichung von Satire in Wort und Bild und Justizromanen begannen. Zwischenzeitlich hat sich unser Repertoire zwar erweitert, aber unser Gründungsgedanke ist geblieben.

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